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Plötzlich auf dem Radar: Berliner Start-up überrascht mit Blitz-Erfolg
Ein Jahr zuvor kannte niemand den Namen Peec. Heute sprechen große Marken wie Tui, Chanel oder Axel Springer darüber – und das nicht ohne Grund: Innerhalb von nur zwölf Monaten hat das junge Unternehmen aus Berlin über fünf Millionen Euro Umsatz gemacht.
Hinter Peec stehen drei Gründer, die erkannt haben, dass sich unser Umgang mit Informationen gerade grundlegend verändert. Immer weniger Menschen tippen ihre Fragen bei Google ein. Stattdessen lassen sie sich von digitalen Helfern wie Chatbots oder Sprachassistenten Antworten liefern. Und genau da liegt das Problem für viele Unternehmen: Wer dort nicht genannt wird, existiert für viele Nutzer schlicht nicht mehr.
Peec hilft Firmen, herauszufinden, ob und wo sie in diesen neuen Kanälen überhaupt noch auftauchen – und was sie tun können, um wieder sichtbar zu werden.
Von der Idee zur ersten Version – in nur sechs Wochen
Die drei Gründer Marius Meiners, Tobias Siwonia und Daniel Drabo lernten sich 2024 im Gründerprogramm von Antler in Berlin kennen. Meiners hatte zuvor als Investor gearbeitet, war aber auf der Suche nach etwas Eigenem. Die Idee zu Peec kam schnell – und wurde noch schneller umgesetzt.
Statt monatelang zu planen, bauten sie innerhalb von sechs Wochen eine erste Version ihres Produkts – und gingen damit direkt auf Firmen zu. Die Nachfrage war überraschend hoch. Schon nach kurzer Zeit nutzten Dutzende Unternehmen das Analyse-Tool, um ihre Präsenz in neuen, textbasierten Auskunftssystemen zu prüfen. Heute sind es rund 1.500 zahlende Kunden.
Neue Wege statt Google-Ranking
Früher war klar: Wer bei Google ganz oben steht, gewinnt. Heute läuft das anders. Nutzer stellen ihre Fragen zunehmend an Systeme, die eigenständig Antworten aus verschiedenen Quellen zusammenstellen. Wer darin nicht erwähnt wird, taucht im Alltag vieler Menschen gar nicht mehr auf.
Peec setzt genau hier an: Das Tool zeigt, wie sichtbar eine Marke aktuell ist – und gibt Hinweise, wo es hakt. Ein Beispiel: Ein Unternehmen erfährt, dass es auf Videoplattformen kaum auftaucht – und bekommt den Tipp, dort mit bekannten Gesichtern aus seiner Branche zusammenzuarbeiten.
Das Ganze ist nicht kompliziert, aber sehr gefragt. Denn viele Unternehmen wissen gar nicht, wie sie sich auf diese neue Informationswelt einstellen sollen.
Aus Berlin in die USA?
Bisher ist Peec vor allem in Europa aktiv. Doch das soll sich bald ändern. Für 2026 ist ein Büro in New York geplant – mitten im Revier des größten Wettbewerbers Profound, einem Start-up aus den USA mit ähnlichem Angebot. Die Richtung ist klar: Wachstum.
Über 25 Millionen Euro haben Investoren bereits in Peec gesteckt – allein 18 Millionen kamen im November 2025 dazu. Die Erwartungen sind groß: Das Unternehmen soll in den nächsten Jahren zur festen Größe werden, wenn es darum geht, die Sichtbarkeit von Marken in digitalen Kanälen zu messen und zu verbessern.
Wie wir das beurteilen
Klingt harmlos, ist aber brisant: Firmen kaufen sich mittlerweile Hilfe, um überhaupt noch „gefunden“ zu werden – nicht in der Fußgängerzone, sondern im Internet. Das zeigt, wie sehr die Kontrolle über Information inzwischen verschoben ist. Wer nicht verstanden wird oder aus dem System fällt, ist weg vom Fenster. Die Gründer von Peec haben das erkannt und daraus ein Geschäftsmodell gemacht. Clevere Idee – aber auch ein Warnsignal für Unternehmen.
Quelle: handelsblatt.com




