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Von der Starthilfe zur Milliardenklage
Elon Musk will Geld sehen. Viel Geld. Genauer gesagt: bis zu 134 Milliarden Dollar – so hoch ist der Betrag, den der Unternehmer von OpenAI und Microsoft einklagt. Der Vorwurf: Die Unternehmen sollen mit seinem frühen Einsatz für OpenAI enorme Summen verdient haben. Und genau diese Gewinne will er laut Handelsblatt jetzt einkassieren.
Zur Erinnerung: Musk war einer der Mitbegründer von OpenAI. Damals sollte das Projekt vor allem eins sein – eine gemeinnützige Organisation, die Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll entwickelt. Musk investierte laut Klage rund 38 Millionen Dollar und stellte sein Netzwerk und seine Bekanntheit zur Verfügung. Heute sieht er den ursprünglichen Plan verraten. Statt Gemeinwohl steht inzwischen offenbar Gewinnmaximierung auf dem Programm – und das soll teuer werden.
Musk rechnet nach – mit Milliarden
Der Kern der Klage: Musk sieht sich nicht nur als Spender, sondern als entscheidender Motor in der Gründungsphase. Und weil OpenAI heute ein kommerzielles Schwergewicht ist, soll ein großer Teil der daraus erzielten Gewinne eigentlich ihm zustehen.
Ein von ihm beauftragter Gutachter hat die angeblich „unrechtmäßig erzielten Erträge“ beziffert. Demnach entfallen auf OpenAI allein zwischen 65 und 109 Milliarden Dollar. Microsoft, als Großinvestor und Technologiepartner, soll bis zu 25 Milliarden Dollar profitiert haben. Musk beansprucht diesen Anteil nun für sich – mit der Begründung, seine Hilfe habe überhaupt erst ermöglicht, dass OpenAI in diese Dimensionen wachsen konnte.
Sein Anwalt bringt es drastisch auf den Punkt: „Ohne Elon Musk gäbe es kein OpenAI.“
Microsoft und OpenAI: Alles Unsinn?
Die Gegenseite bleibt gelassen – zumindest nach außen. Microsoft hält die Vorwürfe für haltlos und spricht von einer „nicht ernstzunehmenden“ Klage. Die Argumentation des Musk-Gutachters sei nicht überprüfbar, ungenau und in weiten Teilen schlicht erfunden. Außerdem, so der Einwand: Wie kann jemand, der inzwischen ein Konkurrenzunternehmen im KI-Bereich betreibt, ernsthaft Milliarden von einer Organisation fordern, der er vor Jahren freiwillig Geld gegeben hat?
Auch OpenAI weist die Forderungen zurück. Zwar gibt es keine offizielle Stellungnahme, aber juristisch wurde bereits ein Gegenantrag eingereicht. Der zentrale Punkt: Die Milliardenforderungen seien nicht nachvollziehbar und inhaltlich „unplausibel“.
Trotzdem nimmt die Sache Fahrt auf. Ein Gericht in Kalifornien hat entschieden, dass der Fall von einer Jury geprüft wird. Der Prozessstart ist für April angesetzt.
Was sagt man dazu?
Elon Musk geht gegen ein Unternehmen vor, das er einst mit aufgebaut hat – ein Unternehmen, das heute zu den mächtigsten Akteuren im Bereich Künstliche Intelligenz zählt. Ist das ein berechtigter Anspruch auf einen Teil des Erfolgs? Oder ein rachsüchtiger Versuch, Einfluss zurückzuerlangen?
Was hier deutlich wird: Wenn aus Idealen Unternehmen werden, geraten frühere Versprechen schnell ins Wanken. Wer sich heute auf „gemeinnützig“ beruft, muss sich morgen nicht wundern, wenn jemand mit spitzem Stift nachrechnet. Vor allem dann, wenn Milliarden im Spiel sind.
Quelle: handelsblatt.com




