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Die Zahlen sind gewaltig – und sie zeigen, wie groß das Problem inzwischen geworden ist. Wie das Portal Heise Online in Bezugnahme auf aktuelle FBI-Reports berichtet, haben in den USA haben Cyberkriminelle im Jahr 2025 Schäden von fast 21 Milliarden US-Dollar verursacht. Damit wurde der bisherige Höchststand noch einmal deutlich übertroffen. Im Vergleich zum Vorjahr legte der gemeldete Schaden um rund 26 Prozent zu. Auch die Zahl der Fälle stieg kräftig an und kletterte erstmals über die Marke von einer Million.

Grundlage dieser Zahlen sind Meldungen beim „Internet Crime Complaint Center“ des FBI. Dort können Betroffene Online-Betrug, digitale Erpressung oder andere Internetdelikte anzeigen. Im vergangenen Jahr gingen dort nach FBI-Angaben fast 3000 Beschwerden pro Tag ein. Allein das macht deutlich, wie alltäglich digitale Angriffe inzwischen geworden sind.

Besonders oft: Phishing, Erpressung und Anlagebetrug

Am häufigsten meldeten US-Amerikaner 2025 Phishing-Angriffe. Rund 191.000 Fälle wurden registriert. Dahinter folgen Erpressung mit 89.000 Meldungen und Anlagebetrug mit 72.000 Fällen. Dazu kommen zahlreiche weitere Delikte, etwa manipulierte Geschäftsmails, Datenlecks, Ransomware-Angriffe oder SIM-Swapping.

Auffällig ist dabei: Nicht immer sind die häufigsten Angriffe auch die teuersten. Besonders hohe Schäden entstanden erneut bei Betrugsfällen rund um Geldanlagen und Kryptowährungen. Gerade dort schlägt Cybercrime besonders hart zu.

Krypto-Anleger trifft es am schlimmsten

Die größten Verluste verzeichneten 2025 Anleger im Krypto-Bereich. Nach den vorliegenden Zahlen gingen in diesem Bereich mehr als 11 Milliarden Dollar verloren – bei über 181.000 gemeldeten Fällen. Auch klassischer Anlagebetrug blieb ein riesiges Problem und verursachte Schäden von 8,6 Milliarden Dollar.

Insgesamt war digitaler Betrug für 17,7 Milliarden Dollar Verlust verantwortlich. Das zeigt, wo der Schwerpunkt liegt: Viele Täter arbeiten nicht mehr mit komplizierten Hackerangriffen im engeren Sinn, sondern mit psychologischem Druck, gefälschten Versprechen und professionell aufgezogenen Scams.

Ältere Menschen verlieren besonders viel Geld

Besonders hart traf es erneut ältere Menschen. US-Amerikaner über 60 Jahre meldeten Schäden von insgesamt 7,75 Milliarden Dollar. Das ist mehr als doppelt so viel wie in der Altersgruppe zwischen 50 und 60 Jahren. Gleichzeitig reichten ältere Betroffene auch die meisten Beschwerden ein.

Interessant ist aber: Bei den Fallzahlen lagen zum Teil auch Jüngere weit vorne. Menschen zwischen 40 und 50 sowie zwischen 30 und 40 meldeten mehr Vorfälle als die Gruppe zwischen 50 und 60 Jahren. Das Problem zieht sich also durch alle Altersklassen. Im Durchschnitt beziffert das FBI den Verlust pro Opfer auf 20.699 Dollar.

Neue Gefahr: KI wird zur Betrugsmaschine

Zum ersten Mal nennt das FBI auch KI-gestützte Betrugsfälle gesondert. In 22.300 Fällen entstanden dabei Schäden von rund 893 Millionen Dollar. Dabei wurden die Opfer mit nachgeahmten Stimmen, gefälschten Profile, manipulierten Dokumente und Deepfake-Videos abgezockt.

Immerhin konnte das FBI in mehreren Fällen noch Geld sichern und Transaktionen stoppen. Trotzdem bleibt die Entwicklung alarmierend. Der kritische Punkt ist klar: Cybercrime ist längst kein Randthema mehr, sondern ein Massenphänomen mit Industrieniveau. Und wer noch glaubt, er sei zu unbedeutend für Betrüger, liefert oft genau den Denkfehler, auf den diese Leute setzen.

 

Quelle: heise.de

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